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Erfolgreicher Internationaler Trainerkongress (ITK) des BDFL
04.08.2011
Großes Lob von der UEFA
| Der Internationale Trainer-Kongress 2011 fand in Bochum unter besten Bedingungen statt (zum vergrößern Bild anklicken). |
Schon im Grußwort zum Symposium lobte UEFA – Generalsekretär Gianni Infantino den gastgebenden Bund Deutscher Fußball-Lehrer: „Die konstant hohe Qualität der deutschen Trainerausbildung ist weltweit anerkannt und widerspiegelt sich in der Qualität der Trainer und Sportwissenschaftler, die bei dieser Veranstaltung als Redner auftreten. Wir sind überzeugt, dass der bevorstehende Event mit Fokus auf den technischen und taktischen Aspekten des Fußballs im Allgemeinen und des Coachings im Besonderen die Fortführung Ihrer bisherigen, qualitativ hochstehenden Arbeit sein wird, die im Rahmen früherer Kongresse zum Ausdruck gekommen ist“.
In der Tat: Es wurde wiederum ein überaus erfolgreicher Kongress! Das Interesse und die Begeisterung waren riesengroß, das Engagement entsprechend. Der 1. Vizepräsident des BDFL, Lutz Hangartner hatte wiederum mit den DFB-Sportlehrern Bernd Stöber und Frank Wormuth ein anspruchsvolles Programm zusammengestellt.
Eröffnung durch BDFL-Präsident Horst Zingraf
| BDFL-Präsident Horst Zingraf eröffnet den Kongress mit 10.50 Teilnehmern (zum vergrößern Bild anklicken). |
Bei seiner Eröffnungsansprache am Montagmorgen begrüßte BDFL-Präsident Horst Zingraf die über tausend Trainerkollegen und -kolleginnen und die Ehrengäste. Anschließend wünschten DFB-Vizepräsident für Qualifizierung Rainer Milkoreit und der Direktor des Fußball- und Leichtathletikverbandes Westfalen Carsten Jaksch-Nink sowie von der Stadt Bochum Bürgermeisterin Erika Stahl den Teilnehmern und -innen einen angenehmen und erfolgreichen Verlauf dieses Kongresses.
Grundsatzreferat von DFB-Sportlehrer Bernd Stöber
Nach Programmeinführung und Hinweisen zum Verlauf der kommenden Tage durch den 1.Vizepräsidenten des BDFL Lutz Hangartner beleuchtete DFB-Sportlehrer Bernd Stöber mit einem Grundsatzreferat kompetent unter verschiedenen Gesichtspunkten (wie etwa Handlungsmöglichkeiten nach Ballverlust, aber auch Organisationsformen zum Ballgewinn, um Konterspiel zu verhindern) das Kongressthema: „Schnelles Umschalten auf Angriff und Abwehr – technische und taktische Aspekte“. Der hessische Verbandstrainer Dirk Reimöller demonstrierte vor der Mittagspause eine erste Praxiseinheit im rewirPowerStadion mit dem Thema „Verbesserung der Passqualität verbunden mit Ballannahme und –mitnahme“.
Theorie mit Dr. Hans-Dieter Hermann, Praxis mit Frank Schaefer (1. FC Köln)
| DFB-Sportlehrer Bernd Stöber vor dem voll besetzten Plenum (zum vergrößern Bild anklicken). |
Am Nachmittag folgten zunächst zwei Referate, wobei Dr. Hans-Dieter Hermann (Sportpsychologe der Deutschen Fußballnationalmannschaft) mit „Team und Teambuilding“ ein durchaus für die Trainer aktuelles und relevantes Thema mit jeweils passenden Videos vortrug. Dr. Roland Loy (Sportwissenschaftler und Medienberater), der zum Thema "Sportwissenschaftliche Erkenntnisse zur Taktik im Fußballsport" referierte, sah diese fußballerischen Weisheiten als ungeeignet und haltlos an für die Taktik im Fußball.
Die Praxis zum Kongressthema lieferte sehr eindrucksvoll am späten Nachmittag Frank Schaefer (ehemaliger Cheftrainer 1. FC Köln) mit seinem Co-Trainer Cem Bagci im „rewirPowerStadion“: „Umschalten auf Angriff“ in vorbereitenden Spielformen und als mannschaftliches Training mit der U 23 Demonstrationsgruppe des 1. FC Köln praxis- und positionsbezogen.
Parallelveranstaltungen im RuhrCongress Bochum und im „rewirPowerStadion"
| Peter Hyballa, Cheftrainer des Zweitligisten Alemannia Aachen, bei der Praxisdemonstration (zum vergrößern Bild anklicken). |
Am Dienstagmorgen eröffneten im Großen Saal Gregor Brösigke (adidas Produkttrainer) und Diplomsportlehrer Tom Heidemeier mit „adidas miCoach“ den theoretischen Teil mit einem Vortrag über die professionelle Unterstützung der Trainingsplanung und –steuerung im Grundlagenausdauerbereich. Anschließend referierte Lutz Michael Fröhlich (Stellvertretender Vorsitzender der DFB-Schiedsrichterkommission) über das Thema „Regelwerk - klare Linie, Akzeptanz, wie und woran Schiedsrichter arbeiten", ein komplexes und vielschichtiges Thema, untermauert mit aktuellen Videoausschnitten von Bundesligaspielen.
Zunächst referierte DFB-Sportlehrer Jörg Daniel, der frühere Torwart von Fortuna Düsseldorf, im Großen Saal zum Thema "Abwehrverhalten bei Standardsituationen", unmittelbar daran schloss sich eine Praxiseinheit im rewirPowerStadion zum gleichen Thema an.
In zwei Parallelveranstaltungen wurden im Großen Saal durch Marco Knoop (Torwarttrainer vom VfL Bochum U12 bis U19) und Peter Greiber (Torwarttrainer VfL Bochum Profis und U23) „Schnelle Spielfortsetzung durch den Torwart nach Ballgewinn“ referiert. Dr. Uwe Harttgen (Direktor Leistungszentrum SV Werder Bremen) sowie Henning Struck B.A., stellten im Congress Saal die Ergebnisse der vom DFB geförderten Untersuchung „Qualifizierung der Persönlichkeit im Leistungstraining (Theorie)“ und stellten anschließend zusammen mit den Trainern Marco Grote und Florian Kohfeldt (U18/U17 Trainer SV Werder Bremen) das darauf basierende Trainermodul in der Praxis vor.
Danach demonstrierte der Cheftrainer von Alemannia Aachen Peter Hyballa lautstark und engagiert eine Trainingseinheit zu dem Thema „Umschalten auf Abwehr - Vorbereitende Spielformen“ mit seiner Profimannschaft, assistiert von Co-Trainer Eric van der Luer. Im Anschluss vertiefte Peter Hyballa die vorbereitenden Spielformen später in ein wettkampfgemäßes, positionsbezogenes mannschaftstaktisches Training. Ebenfalls auf dem Nebenplatz stellten von der Uni Bochum Adam Frytz und Onur Cinel Übungsformen zum Thema „Persönlichkeits- und Teamentwicklung im Kinder- und Jugendbereich" vor.
Hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion
| Max Jung im Interview mit Trainer Klopp (zum vergrößern Bild anklicken). |
Auch am Schlusstag bildete die wiederum hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion mit den Cheftrainern Jürgen Klopp (Borussia Dortmund), Mirko Slomka (Hannover 96), Michael Oenning (Hamburger SV), Friedhelm Funkel (VfL Bochum) und DFB-Sportdirektor Matthias Sammer unter der umsichtigen Moderation von Max Jung (Sky) mit dem Thema „Schneller, direkter, vertikal moderne Spielsysteme und ihre neuen Anforderungen“ einen großartigen Abschluss.
„Fußball entwickelt sich weiter und wir fragen berechtigt, was soll eigentlich noch kommen? Auch in zehn Jahren wird es diesen Trainerkongress geben und wir werden auch dann nach den Spielsystemen fragen", so Michael Oenning.
„Fußball kann man nicht neu erfinden, aber es gibt viele Wege“ ergänzte Mirko Slomka.
Schon in den 90iger Jahren meinte Matthias Sammer nach seinem Intermezzo bei Inter Mailand „Wir Deutsche haben von Taktik keine Ahnung!“ Da hat sich freilich einiges geändert. Ballorientierte Raumdeckung, Pressing, Vertikalspiel oder rechtzeitiges Verschieben gehören zum Handwerkszeug der Trainer heute, ebenso die Videoanalyse.
In der Diskussion stellten die Teilnehmer insbesondere den FC Barcelona heraus, der den europäischen Vereinsfußball dominiert. „Die Schnelligkeit der Gedanken der Spieler“ meinte Matthias Sammer als Grund erkannt zu haben, und als weitere Komponente die Mentalität der Spieler.
"Das Gegenpressing, das Barca spielt, ist unbeschreiblich. Was die gegen den Ball veranstalten ist unglaublich. Es zeigt sich aber auch, Stabilität kommt vor Flexibilität bei jeder Mannschaft, und jeder Trainer muss auch seine Mannschaft hinter sich bringen“ fügte der Trainer des Jahres 2011 Jürgen Klopp an, der zuvor schon 45 Minuten für ein Einzelinterview mit Moderator Max Jung (Sky) zur Verfügung stand.
Begonnen hatte am Mittwochmorgen Frank Wormuth (Leiter der DFB- Fußball-Lehrer-Ausbildung) mit einem aktuellen Referat „Das große Spiel entscheidet sich im Detail“. Gegen 12.30 Uhr konnte BDFL-Präsident Horst Zingraf ein überaus positives Fazit dieser Tage in Bochum ziehen.
Zufriedene Gesichter bei den Teilnehmern, aber auch Zufriedenheit bei allen Verantwortlichen des BDFL.
Horst Hülß
BDFL-Pressechef



