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"Fußball ist kein Einbein-Sport!" - Spieler schneller machen
09.09.2010
Exklusive RFT der VG Hessen am 20. 9. 2010 in Fulda
Am Montag, 20. September 2010, fand bei Borussia
Fulda eine exklusive regionale Fortbildungstagung (RFT) der VG Hessen
statt. Insgesamt 20 Teilnehmer beschäftigten sich von 14 bis 18 Uhr
intensiv mit dem Thema "Modernes Schnelligkeits- und Athletik-Training"
in Theorie und Praxis. Dipl.-Fitness-Ökonom Heiko Sander
(Geschäftsführer Soccer5x) erklärte den anwesenden Trainern, wie man
Spieler schneller macht.
Nach der Eröffnung von VGV Jörg Udo Keck im VIP-Raum der Borussia begrüßte der Sport-Bürgermeister von Fulda, Dr. Wolfgang Dippel (CDU), die Teilnehmer persönlich und besonders herzlich. Er monierte, dass in Fulda ein erstklassiges Stadion unterhalten werde, aber das fußballerische Aushängeschild fehlt. Im Verein seien die Weichen für einen Neustart gestellt worden. Anschließend stellte Borussia-Urgestein Harry Link kurz seinen Verein und dessen Werdegang in den vergangenen Jahrzehnten vor. Nach dem Insolvenzantrag 2009, der 2010 zurückgezogen werden konnte, soll es nun schrittweise in eine erfolgreiche Zukunft gehen. Ziel sei es, wieder die Nummer 1 in Osthessen zu werden.
Hauptreferent Heiko Sander stieg dann schnell ins
Thema des Tages ein: "Effektives fußballspezifisches Schnelligkeits- und
Athletiktraining". Schnelligkeit sei bis zu 20% trainierbar. Optimale
Fitness bzw. Athletik sei eine Grundvoraussetzung in fast allen
Sportarten, aber insbesondere im Fußball, beim dem noch die
sportmotorischen Fähigkeiten im Anforderungsprofil dazugehören: "Fußball
wird mit Ball gespielt", so Sander im Bewusstsein, aus Fußballern keine
Leichtathleten machen zu wollen. Der Schlüssel zum Erfolg liege im
"überschwelligen Trainingsreiz". Nur so könnte die Anpassungsfähigkeit
des Körpers verbessert werden.
"Kraft ist die grundsätzliche Basis für
Schnelligkeitsleistungen", erklärte Sander. Dabei gehe es nicht darum,
den Fußballern dicke Muskeln anzutrainieren, sondern die Ansteuerung der
Muskeln zu verbessern, die bis zu 97% möglich sei. Eine besonders
wichtige Einflussgröße der Schnellkraft sei die Maximalkraft. Diese kann
auch nach Spieltagen trainiert werden.
Ein effektives Training erziele man durch individuelle Trainingssteuerung: Diagnose - Zielsetzung - Trainingsplanung - Durchführung - Evaluation. Die häufigsten Fehler im Schnelligkeitstraining werden im Bereich der Übungskontrolle und in der Schwächen-Stärken-Analyse des Spielers gemacht. Aus diesem Grund schicke er jeden Spieler zuerst zum Check des Physiotherapeuten, der möglichst auch Osteopath sein sollte.
Im erstklassigen städtischen Stadion Fulda
"Sportpark Johannisau", in dem der frühere Regionalligist und heutige
Gruppenligist Borussia Fulda (7. Liga) seine Heimspiele austrägt, wurde
praktisch demonstriert, was vorher in
der
Theorie erklärt wurde. Im Vordergrund standen praktische Übungen, die
jeder Trainer einfach mit seinen Spielern im Verein umsetzen kann.
"Fußball ist kein Einbein-Sport", so Sander, denn mit einem Bein werde
beim Fußball gesprintet bzw. gelaufen, gesprungen, getackelt und
geschossen (Schussbein und Standbein). Aus diesem Grund stellte er den
Trainern zahlreiche Übungen vor, die die Beine einzeln trainieren und
dabei hohe Anforderungen an die Koordination, Kraft und Beweglichkeit
stellen.



