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Internationaler Trainer-Kongress 2007 in Nürnberg auf höchstem Niveau

04.06.2008

Der diesjährige Internationale Trainer-Kongress vom 23. bis 25. Juli 2007 fand im Congress Centrum Nürnberg Ost und im nahe gelegenen easycredit Stadion unter dem Motto: „Individualisierung des Trainings – ein wichtiger Baustein für die Entwicklung sportlicher Höchstleistungen“ statt. Rund 800 Trainer und 47 Gäste aus 24 Ländern, darunter auch eine Trainerin aus Island, Asta Skaeringsdottel, bildeten einen prächtigen Rahmen.

Lutz Hangartner, BDFL-Vizepräsident Amateurtrainer, hatte wiederum mit seinen Kollegen der Fortbildungskommission ein anspruchsvolles Programm für diese drei Tage zusammengestellt.

Als am Montag BDFL-Präsident Horst Zingraf die Teilnehmer und Ehrengäste begrüßte und willkommen hieß, darunter auch den Oberbürgermeister der Stadt Nürnberg, Dr. Ulrich Maly, die noch lebenden anwesenden BDFL-Gründungsmitglieder, den UEFT-Präsidenten Jozef Venglos, den UEFT-Generalsekretär Karlheinz Raviol, den Geschäftsführer Spielbetrieb der Deutschen Fußball Liga (DFL), Holger Hieronymus, den früheren DFB-Chefausbilder Gero Bisanz, den DFB-Abteilungsleiter Trainerausbildung Markus Weidner, DFB-Chefausbilder Erich Rutemöller, sowie die DFB-Sportlehrer Bernd Stöber, Jörg Daniel und Horst Hrubesch, konnte niemand ahnen welches „Feuerwerk“ mit den zwei Vorträgen von DFB-Direktor und BDFL-Präsidiumsmitglied Matthias Sammer folgen sollten „Der weite Weg zum Erfolg – die neue Ausbildungskonzeption und Eliteförderung des DFB“ und nach der Kaffeepause „Ist Erfolg planbar? Initiativen zur Leistungsoptimierung im Bereich der DFB-Junioren-Nationalmannschaften“.

Matthias Sammer fand einfache, klare Worte, um seine Vorstellungen zu verdeutlichen: eine Spitzenstellung im Weltfußball. Dazu komme vor allem den Fußballtrainern eine Schlüsselstellung zu. „Die Rolle des Trainers muss einen anderen Stellenwert bekommen. Der Trainer ist etwas Besonderes, deshalb heißt er in England auch Boss, in Italien Mister, in Brasilien Professor, bei uns manchmal Trottel – das kann einfach nicht sein!“ Auch die Freude an der Bewegung und am Fußballspielen muss weiter im Mittelpunkt stehen. Mit seiner Forderung „am liebsten wäre mir, wenn die Kinder täglich Sport hätten“, sprach Matthias Sammer den meisten Zuhörern aus dem Herzen.

Am Nachmittag folgten, nach einer Einführung von Michael Köllner, DFB-Stützpunkttrainer und Ralf Peter, DFB-Sportlehrer, die Trainings- und Übungsformen im WM-Stadion: „Auch im Mannschaftstraining jedes Talent individuell fördern und fordern! Einblicke in die Praxis des DFB-Talentförderprogramms“ mit Michael Köllner und Kollegen und am späten Nachmittag von Ralf Peter „Mit System den Ball erobern – gruppen- und mannschaftstaktisches Training in der Defensive“.

Wie in den Vorjahren konnten am Dienstagmorgen die Kongress-Teilnehmer zwischen den angebotenen Parallelveranstaltungen wählen. Im Saal Shanghai sprach Prof. Werner Schmidt (Uni Duisburg-Essen) über „Kindgerechtes Fußballtraining: Analytisches, Kritisches und Konstruktives“, im Saal Tokio referierte Frau Andrea Stensitzky-Thielemanns (Ernährungsberaterin) zum Thema „Fußball und Ernährung“. Anschließend im Saal Shanghai Horst Wein (Diplomsportlehrer) über „Die Entwicklung der Spielintelligenz im Fußball“ und Prof. Dr. Jürgen Weineck (Uni Nürnberg-Erlangen) im Saal Tokio über „Die Bedeutung einer frühen Koordinationsschulung im Fußball“.

Nach der Kaffeepause trug dann Dr. Hans-Dieter Hermann (Sportpsychologe im Betreuungsteam der DFB-Nationalmannschaft) seine Gedanken und Vorstellungen mit praktischen Beispielen vor „Stressbewältigung für Trainer im leistungsorientierten Fußball“, bevor dann Dany Ryser (Chefausbilder des Schweizerischen Fußballverbandes) eine Einführung für die Praxis am Nachmittag vornahm. „Wie werden Tore erzielt und was sind die Konsequenzen für das Training?“. Das “Individuelle Abschlusstraining“, ein Stürmertraining, musste witterungsbedingt wegen des abendlichen Halbfinalspieles im Ligapokal 1. FC Nürnberg gegen Schalke 04 dann auf einen Nebenplatz stattfinden, was der inhaltlichen und praktischen Qualität der der Demonstration in keiner Weise abträglich war.

Festakt zum 50. Jubiläum des BDFL mit DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger

Zum absoluten Höhepunkt des ITK 2007 wurde der Festakt zum 50-jährigen Bestehen des Berufsverbandes BDFL. BDFL-Präsident Horst Zingraf eröffnete die Feier, die Moderation übernahm bestens vorbereitet Günther Koch, freier Sportjournalist, der sachverständig und kompetent durch das Programm führte. Filmzusammenschnitte aus den fünfziger Jahren und die herausragenden Erfolge von Spitzentrainern in Deutschland sowie überragende Technik und Akrobatik mit dem Fußball auf der Bühne von zwei „Freestyle-Ballartisten“, bereiteten das „Finale“ vor: Dettmar Cramer, mittlerweile 82 Jahre alt, Gründungsmitglied und von 1963 bis 1967 auch Vorsitzender des BDFL, FIFA-Trainer in vielen Ländern, Ex-Bundesligatrainer zog mit einem philosophisch, tiefgründigen Vortrag alle in seinen Bann.

Auch DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger gratulierte herzlich zum 50-jährigen Jubiläum, zog Vergleiche mit Tendenzen in der Gesellschaft und stellte die positive Wirkung des Trainerverbandes in der Entwicklung heraus, eine optimale Partnerschaft zwischen DFB und BDFL, eine Zusammenarbeit, die kaum besser sein könnte. Als sichtbares Zeichen dieser Verbundenheit und als Dank und Anerkennung der Arbeit des BDFL überreichte der DFB-Präsident eine wertvolle Tafel.

Dr. Jozef Venglos, UEFT-Präsident, überbrachte danach die Glückwünsche des europäischen Trainerverbandes und erinnerte daran, dass der BDFL wesentlich zur Gründung dieser kontinentalen Trainerunion beigetragen hat, Vorbild und Verantwortung dort immer trug und stets im Präsidium vertreten war. Auch hier schenkte die UEFT zur Erinnerung ein Bild, sinnigerweise „Halbzeit“.

Die Ehrung der anwesenden sieben Gründungsmitglieder Dettmar Cramer, Ferdinand Fabra, Willi Gerke, Günter Hentschke, Heinz Lucas, Oswald Osadczuk und Horst Stürze durch BDFL-Präsident Horst Zingraf mit der Überreichung eines Ehrentellers war beeindruckend und hatte Stil. Nach dieser Feier erlebten viele der anwesenden Trainer noch den Pokalkampf zwischen den beiden Altmeistern Nürnberg und Schalke.

Am Abschlusstag imponierte zunächst Dr. Elmar Wienecke (Saluto GmbH) mit seinem Referat „Leistungsexplosion durch optimales Training – individualisierte Trainingsplanerstellung in der Vorbereitung und in der Saison“, anschließend zeigte Klaus Eder (Mitglied im medizinischen Team der Nationalmannschaft) „Verletzungsprophylaxe aus der Sicht des Sportphysiotherapeuten“.

Der Tokio-Saal war proppenvoll als Viertel vor Elf die Podiumsdiskussion begann mit dem Thema: „Trainer und Manager – Architekten des sportlichen Erfolges“. Eine bewährte Gesprächsrunde mit Rainer Holzschuh (Kicker Sportmagazin) als souveränem Moderator und den Fußball-Lehrern Felix Magath (Cheftrainer und Manager beim VfL Wolfsburg), Hans Meyer (Cheftrainer 1. FC Nürnberg), Jürgen Klopp (Cheftrainer 1. FSV Mainz 05) und als Gegenpart Martin Bader (Manager 1. FC Nürnberg) sowie Andreas Rettig (Manager FC Augsburg). Die passenden Argumente wurden ausgetauscht, es wurde nachgefragt und kritisch hinterfragt. Das Thema reizt zum Streiten, aber es ist der berühmte Streit um des Kaisers Bart. Felix Magath jedenfalls behauptete: „Die Trainerposition ist immer schwächer geworden, die Managerposition immer stärker, weil immer mehr Geld ins Spiel gekommen ist.“ „Wichtig wäre, dass die Vereine mutiger werden, wenn es um die Verpflichtung von jungen Trainern geht!“, meinte unter anderem Jürgen Klopp, dem nichts mehr hinzuzufügen ist.

Die „Nürnberger Tage 2007“ mit einer sehr guten Organisation, mit Referaten und Praxiseinheiten auf höchstem Niveau nahmen einen sensationellen Verlauf, woran sicherlich auch die glänzenden, infrastrukturellen Voraussetzungen beitrugen.

Die Funktionsträger des BDFL, zusammen mit BGF Michael M. Meurer hatten diesen Kongress bestens vorbereitet und organisiert. Lob auch von den Medien, die durch BDFL-Pressereferent Horst Hülß bestens betreut wurden.

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