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Bund Deutscher Fußball-LehrerAktuellNewsTrainerentlassungen: BDFL-Präsident Zingraf fordert Umdenken

Trainerentlassungen: BDFL-Präsident Zingraf fordert Umdenken

25.09.2009

BDFL-Präsident Horst ZingrafNach je drei Entlassungen wegen Spielerrevolten und Fanaufständen hat der Bund Deutscher Fußball-Lehrer (BFDL) ein Umdenken bei den Profi-Vereinen gefordert. `Das ist in meinen Augen eine ganz schlimme Entwicklung´, sagte BDFL-Präsident Horst Zingraf im Interview mit dem Sport-Informations-Dienst (SID): `Ein Verein darf niemals das Schicksal seines Trainers in die Hände der Spieler oder der Fans legen. Wenn die Spieler den Trainer entlassen können, wackelt das gesamte Machtgebilde. Und unter den Fans sind diejenigen, die beharrlich den Rauswurf des Trainers fordern, nicht immer die Sachkundigsten.

Marcel Koller war am Sonntag beim VfL Bochum wie zuvor Friedhelm Funkel bei Eintracht Frankfurt und Dieter Hecking bei Hannover 96 das Opfer von ständigen Fanprotesten geworden. Obwohl am Samstag in Bochum rund 2000 Fans unter dem Presseraum ihrem Unmut deutlich Luft machten, fürchtet Zingraf nicht akut um die Sicherheit der Trainer. `Im Ausland ist das ja schon passiert. Und Herbert Widmayer wurde schon in der ersten Bundesliga-Saison das Auto angezündet´, berichtete der frühere Bundesliga-Torwart und -Trainer des 1. FC Saarbrücken: `Einzelne gewaltbereite Fans gibt es seit jeher. Ich glaube nicht, dass die Bedrohung für die Trainer allgemein schlimmer geworden ist. Aber auch hier muss der Verein wachsam sein und frühzeitig den Dialog mit den Faninitiativen suchen, bevor die Situation eskaliert.´

In Jörn Andersen beim FSV Mainz 05, Jürgen Seeberger bei Zweitligist Alemannia Aachen und Falko Götz bei Drittliga-Aufsteiger Holstein Kiel wurden zudem bereits drei Trainer nach Beschwerden der Profis über ihren Führungsstil entlassen. Der Druck auf die Trainer sei enorm, aber dieser Trend ist nicht neu. Ein guter Trainer sucht immer die intensive Kommunikation. Sich auf keine Diskussionen einzulassen und alles nur vorzuschreiben, ist für den Trainer im ersten Moment der einfachere Weg. Aber in solchen Fällen kann es eben zur Eskalation kommen´, so Zingraf.

Text: sid; Autor: Holger Schmidt.

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