Internationaler Trainer-Kongress
Rund 1.000 Trainer analysieren WM 2010 in Düsseldorf
Exklusiv besetzter Trainer-Kongress mit vielen Erkenntnissen
Als am Montagmorgen BDFL-Präsident Horst Zingraf diesen Kongress im vollbesetzten Saal 1 im Congress Center Düsseldorf Süd eröffnete und die Teilnehmer willkommen hieß, ahnte er nicht was dieses dreitägige Symposium an positiven Überraschungen bringen sollte. Die nachfolgenden Grußworte vom Landtagsabgeordneten und Mitglied des Sportausschusses der Stadt Düsseldorf sowie BDFL Mitglied Stefan Wiedon und vom DFB-Direktor Helmut Sandrock blieben kurz, aber prägnant.
Nur zufriedene Trainer mit neuen Erkenntnissen für ihre Arbeit bei unterschiedlichen Fußballvereinen konnte der BDFL beim Abschied aus Düsseldorf für den am Mittwoch, dem 4. August 2010, zu Ende gegangenen Internationalen Trainer-Kongress bei den rund 1.000 Teilnehmern feststellen. Der Bund Deutscher Fußball-Lehrer (BDFL) - Berufsverband der deutschen Fußballtrainer - bewies erneut, dass er seinen Auftrag zur Fort- und
Weiterbildung der Fußballtrainer ausgezeichnet umsetzen kann. Ein geschickt zusammengestelltes Programm mit erstklassigen Referenten durch den 1. BDFL-Vizepräsidenten Lutz Hangartner, führte zu einer ersten Analyse der WM 2010 in Südafrika und dann zu einem weiteren Schwerpunkt, nämlich „Fußballspezifisches Konditionstraining“, als einer der großen Eckpunkte des diesjährigen Internationalen Trainer-Kongresses.
Es waren nicht nur Trainer anwesend, die im Amateurbereich ihren Trainerjob verrichten, sondern auch gestandene Profis, z. B. Falko Götz, Benno Möhlmann, Frank Pagelsdorf, Eduard Geyer, Norbert Meier, Mario Basler, Zeljko Buvac, Bernd Krauss, Eckhard Krautzun, Olaf Thon, Stefan Reuter und Klaus Schlappner, um nur einige zu nennen. Dazu gesellten sich weitere fünfzig führende Trainer, Ausbildungschefs und Sportdirektoren aus 30 Ländern von Costa Rica bis Namibia, von Neuseeland bis nach Island.
Pressekonferenz: Weltmeister 2014
Beeindruckend auch die Teilnehmer bei der PK am Montagvormittag mit Horst Hrubesch (DFB-Sportlehrer), Norbert Meier (Fortuna Düsseldorf), Dany Ryser (Schweizer Fußball-Verband/UEFA), Frank Wormuth (Leiter der DFB-Fußball-Lehrer-Ausbildung) und BDFL-Präsident Horst Zingraf, moderiert von Pressechef Horst Hülß. 20 Medienvertreter begleiteten diese Konferenz. Auch hier stand inhaltlich die WM in Südafrika und ihre Auswirkungen auf das Training im Blickpunkt. „Wir sollten den Fußball so lassen, wie er ist, mit all seinen Emotionen“ (Hrubesch) und Frank Wormuth fügte an: "Wir können das Spiel nicht neu erfinden, aber es kommen immer neue Sachen dazu.“ Norbert Meier ergänzte: „Als Trainer analysierst du ständig, und musst die Spieler haben, um deine Taktik umzusetzen." Horst Zingraf sah das Turnier für Deutschland, trotz vieler Ungereimtheiten im Vorfeld, mit hervorragendem Ergebnis, dank einer bisher nicht gekannten offensiven Leichtigkeit und Spielfreude. Horst Hrubesch meinte zum Abschluss: “Wir müssen schon jetzt das Ziel ausgeben, 2014 in Brasilien Weltmeister zu werden!“
Podiumsdiskussion überraschte beim Meinungsaustausch
Bleibende Aussagen und Statements dann am Mittwochmorgen durch die hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion mit Felix Magath (Cheftrainer Schalke 04 und BDFL-Vizepräsident), DFB-Sportdirektor Matthias Sammer (BDFL-Präsidium), Jürgen Klopp (Cheftrainer Borussia Dortmund und Mitglied im BDFL-Vorstand), Otto Rehhagel (Ex-Nationaltrainer Griechenland) und Otto Pfister (Ex-Trainer bei verschiedenen Mannschaften in Afrika), die mit einer durchaus unterhaltsamen Diskussion die Trainer mehr als eine Stunde in ihren Bann zog.
Fazit der Diskutanten: „Europa ist nicht alleine das Zentrum des Fußballs, auch wenn sich bei der WM 2010 drei europäische Länder unter den letzten Vier sich befanden“ (Sammer). Spanien ist von allen Podiumsteilnehmern als verdienter Weltmeister gesehen worden, vor allem mit der Sicherheit ihres Kurzpassspiels und mit einer überragenden Defensive. Der deutsche Beitrag zum Weltturnier fand die ungeteilte Zustimmung, ist beachtlich gewesen. „Mit so einer Leistung konnte man nicht rechnen!“ (Magath). „Die beste Leistung der Trainer erbrachte Jogi Löw. Ganz klar, Löw war der Trainer-Weltmeister“ (Klopp). Nach Ansicht von Sportdirektor Sammer waren "wir am besten vorbereitet, dürfen diese Linie aber nicht verlassen. Die Nachwuchsarbeit ist alternativlos".
Altmeister Otto Rehhagel fügte an: „Auch nach der WM 2010 ist das Spiel das, was es war“. In weiser Vorausschau prophezeit Otto Pfister für Afrika aufgrund der fehlenden Infrastruktur: „Es wird auch in den nächsten zwanzig Jahren keinen afrikanischen Weltmeister geben“.
Analyse der WM 2010 durch Bernd Stöber und Frank Wormuth
Schon am Montagmorgen hatten DFB-Sportlehrer Bernd Stöber und der Leiter der Fußball-Lehrer-Ausbildung Frank Wormuth mit einer Analyse der WM 2010 und aktuellen Trends begonnen, vergleichbar Ergebnisse aufgezeigt, wie sie dann auch in der nachfolgenden PK und nochmals am Mittwoch bestätigt und ergänzt wurden.
DFB-Sportlehrer Jörg Daniel referierte anschließend über „Die neue Torwarttrainer-Lizenz des DFB“.
Eine sensationelle Praxis zum Thema „Technisch-taktische Bedeutung des Passspiels“ (Vom Spielaufbau zum Torabschluss) demonstrierten DFB-Sportlehrer Ralf Minge und Hannes Wolf (Borussia Dortmund) am Nachmittag in der ESPRIT-Arena mit der U19 von Fortuna Düsseldorf.
Fitness-Thema prägte den Dienstag
Die drei Referate vormittags stimmten mit dem Thema „Fußballspezifisches Konditionstraining“ überein: Fitness, Laufschnelligkeit und Ausdauer. Dr. Andreas Schlumberger, Horst Allmann und Prof. Dr. Elmar Wienecke beriefen sich auf grundsätzliche wissenschaftliche Positionen und zeigten dann am Nachmittag in der Praxis mit der Demogruppe Fortuna Düsseldorf II entsprechende Beispiele und deren Umsetzung.
Ergänzend dazu referierte Horst Braun (DSHS Köln) zuvor über „Optimale Ernährung am Spieltag“ und Martin Zawieja (Dozent an der Trainerakademie Köln) komplettierte mit Übungen zur „Mobilisation-Stabilisation-Schnellkraft“ mit der Langhantel am späten Nachmittag.
Auswertung der DFB-Nachwuchsförderung und Podiumsdiskussion
Nachdem am Schlusstag zunächst Ulf Schott (DFB-Abteilungsleiter Junioren und Talentförderung) eine Auswertung der Nachwuchsförderung im Blick auf die WM 2010 vorgenommen hatte, interviewte Moderator Marcus Jung (Sky) danach Felix Magath zum Thema: „Erfolgsfaktor Kondition“, um anschließend zur Podiumsdiskussion überzugehen. Thema „Trends der WM 2010-Auswirkungen auf die Trainingsarbeit.“ Ein verdienter lang anhaltender Beifall von fast 1.000 Fußballtrainern für diesen gelungenen Abschluss war das überragende Ergebnis dieses 53. Trainer-Kongresses, der wieder bis ins Detail perfekt organisiert war.
Horst Hülß
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