Die beiden Sprecher der deutschen Auslandstrainer gaben bildreichen Einblick in ihre Arbeit in Afrika und Asien. Aufgrund eines wachsenden Interesses deutscher Trainer im Ausland zu arbeiten sprachen sie vor dem BDFL-Publikum von Möglichkeiten, Erfolgsfaktoren, Erwartungen und Risiken der Trainerjobs in fremden Ländern: Welche Bereicherung eine solche Mission für den Trainer selbst darstellen kann, aber auch nach welchen Kardinalsfehler ihn schon frühzeitig scheitern lassen.

Es gibt zwei verschiedene Arten von internationalen Projekten, die von drei Institutionen begleitet werden. Kurzzeitprojekte laufen über zwei Wochen bis hin zu einem Jahr und dienen meistens der Trainerfortbildung oder dem Aufbau von Verbandsstrukturen. Langzeitprojekte sind mindestens auf einen Zeitraum von zwei Jahren angelegt und sind dazu gedacht, nachhaltige Strukturen aufzubauen: Trainerausbildung und Jugendfußball etablieren, Verbandsstrukturen planen und anlegen etc. Die Projekte sind abhängig von den Wünschen des Gastlandes, werden vom Auswärtigen Amt finanziert, organisatorisch vom DOSB begleitet und fachlich vom DFB unterstützt.

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 Rainer Willfeld berichtet von seinen Erlebnissen in Afrika.

Um überhaupt zu einem derartigen Engagement zu kommen empfiehlt Eckhart Krautzun die Netzwerkarbeit zu Verbänden und Funktionären, aber auch Trainererfolge, die Reputation oder Empfehlungen seitens der Sportverbände können hilfreich sein. Vor Ort gibt es dann verschiedene Risiken, die sich in der Sicherheitslage, in finanzieller Hinsicht oder in der interkulturellen Kommunikation äußern können. Gerade zu Vertrag und Finanzen rät Krautzun zu einem detailliert und englisch ausformulierten Vertrag. Die Versteuerung der Einnahmen kann laut Wilfeld ein Fallstrick sein. Mit manchen Staaten gibt es Abkommen der Versteuerung, z. B. eine Doppelversteuerung, mit manchen nicht. Je besser sich der Trainer informiert, desto unwahrscheinlicher ist eine Nachzahlung.

In der interkulturellen Kommunikation bieten sich Chancen und Risiken zugleich. Einerseits ist das Kennenlernen fremder Kulturen sowie ihrer Menschen und Lebensstile eine besondere Bereicherung. Allerdings kann man ohne Einfühlsamkeit, Toleranz und die genaue Kenntnis der Hierarchien vor Ort schnell ins Hintertreffen geraten. Gerade die Form Kritik zu äußern bedarf eines besonderen Fingerspitzengefühls, denn „wer gut vernetzte Führungsspielern oder Verbandsmitarbeiter einem Gesichtsverlust aussetzt, hat schon verloren“, so Krautzun. Man muss umgehen können mit Voodoo-Männern auf dem Platz während des Trainings, einem heiligen Kokosnussbaum mitten auf dem Trainingsplatz oder Alltagsfloskeln aus der Sprache des Gastlandes, die Interesse zeigen und einen Zugang zu den Menschen verschaffen. So zog die Mitarbeiterin eines deutschen Trainers in Südafrika das Fazit: Er lehrte uns den Fußball, wir ihm die Gelassenheit.“

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