Michael Leopold begrüßte zur diesjährigen Podiumsdiskussion auf dem ITK den ehemaligen Profitrainer Christoph Daum, U20-Nationaltrainer Meikel Schönweitz, Tobias Schweinsteiger, Jens Härtel, und Christoph Metzelder. Mit ihnen sprach der Sky-Moderator über die Bestandsaufnahme und die Zukunftsperspektiven des deutschen Fußballs nach der Weltmeisterschaft 2018 in Russland.


Nach dem Abschneiden der deutschen Nationalmannschaft gab es Stimmen, dass bestimmte Spielertypen fehlen würden, z. B. dribbelstarke Individualisten. Diese müssen im Juniorenbereich ausgebildet werden und die Wertschätzung der Trainer dort wurde in der Podiumsdiskussion als ein strukturelles Problem erkannt. Viele qualifizierten Trainer sind nicht gewillt im unteren Bereich des Kinder- und Jugendalters zu arbeiten, da das System sie dazu verleitet, immer höher, immer weiter hinaus zu wollen bis hin zur Spitze. Den Weg zurück an die Basis der Spielerausbildung gehen die wenigsten.

Auch die Wettbewerbsformate sollten eine richtige inhaltliche Schwerpunktsetzung erlauben: Christoph Daum schlägt vor, dass mehr die Individualität und die individuelle Technik anstelle der Taktik gelehrt werden sollte und erinnert an die Aussagen von Prof. Lochmann tags zuvor. Tobias Schweinsteiger sieht es ähnlich. Die Entwicklung ist dem Erfolg untergeordnet und das sei der falsche Ansatz. Daneben findet er, dass der Trainer sehr individuell und sensibel gerade mit manchmal schwierig greifbaren Individualisten arbeiten muss. Generell sollten für ihn im Nachwuchs- und Seniorenbereich der Fußball in den Fokus gesetzt werden. Auch mit eher fußballorientierten Personen in den Verbandsebenen, damit der Fußball an sich wieder in den Mittelpunkt rückt.

Christoph Metzelder erkennt eine rückläufige Entwicklung im deutschen Fußballspiel. Früher kamen andere Nationen nach Deutschland und schauten sich die deutsche Arbeit an, heute müssen wir auf allen Ebenen von den anderen frühenden Ländern lernen. Dazu sollte man mehr den Nachwuchsbereich unterstützen und die Trainer gezielt dafür – so komme auch mehr Individualität aus der Jugend heraus. Seiner Meinung nach sollten neue zentrale Impulse gesetzt werden, um den deutschen Fußball wieder voranzutreiben.

Das sieht auch Jens Härtel so. Die Verantwortung liegt bei allen, schon im kleinen Verein, im frühsten Alter können die Basis-Techniken bestmöglich erlernt werden. Aber auch die Entwicklung einer Mentalität des gewinnen Wollens sieht Härtel als besonders wichtig an. Denn darum geht es im Fußball und generell im Sport, vor allem in der Spitze.

Meikel Schönweitz stimmt dem zu: Im deutschen Fußball werde aktuell zu viel Wert auf die Defensive gelegt. Das sollte man ändern mutig sein, den Fokus auf die Offensive zu legen. Er pflichtet seinen Kollegen bei, dass die Strukturen im Wettbewerb, der Leitungen und im System verändert werden müssen. Alle Institutionen (DFB, DFL, Landesverbände, Vereine, Medien, Sponsoren, Berater etc.) müssen anfangen zusammen zu arbeiten.

Die Podiumsdiskussion endet mit der Aussage: „Das Kerngeschäft ist der Fußball und dort brauchen wir Kompetenz von der Jugend bis hin zur Spitze.“

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