Der Bund Deutscher Fußball-Lehrer (BDFL), die Bundesliga, der DFB und die DFB Schiri GmbH haben in dieser Woche zum zweiten Mal sogenannte Regionalstützpunkte für Profitrainer*innen und Schiedsrichter*innen durchgeführt. Nach der erfolgreichen Premiere im vergangenen Jahr, trafen sich auf Initiative der Bundesliga in Bremen, Frankfurt, Leverkusen und Stuttgart 33 Trainer sowie 42 Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter der Bundesliga, 2. Bundesliga und 3. Liga sowie Vertreterinnen und Vertreter von Bundesliga, BDFL, DFB und der DFB Schiri GmbH, um sich über aktuelle Themen aus dem Spielbetrieb der drei Ligen auszutauschen.

 

 Foto: VfB Stuttgart/ Dennis Kupfer

Zum Auftakt der Veranstaltungen erwartete die Teilnehmer*innen an allen vier Standorten ein abwechslungsreiches Vortragsprogramm. Zunächst gab die Bundesliga Einblicke in ihre sportinhaltliche Arbeit. Gastreferent*innen der FIFA und des DFB lieferten darauf Impulse zu aktuellen Trends des Spiels.

Im Anschluss stand der fachliche Austausch zwischen den Trainern und Schiedsrichter*innen im Vordergrund. Für Gesprächsstoff sorgten vor allem die zur Saison 2026/27 eingeführten Regeländerungen und -auslegungen. Mithilfe von Videosequenzen beleuchteten die Teilnehmenden konkrete Spielszenen aus der Trainer- und Schiedsrichter-Perspektive und tauschten sich über deren Bewertung aus.

 

Foto: VfB Stuttgart/ Dennis Kupfer

Gegenseitiges Verständnis wird gestärkt

„Die Trainer bekleiden die wohl wichtigste Rolle im Fußball. Deshalb ist es für uns extrem wichtig, dieser Gruppe einen regelmäßigen Austausch mit den Schiedsrichterinnen und Schiedsrichtern sowie den Verantwortlichen der Bundesliga und des DFB zu ermöglichen. Von diesen Treffen profitieren alle Beteiligten und letztlich auch das Spiel“, sagt Marcus Dippel, BDFL-Geschäftsführer.

Frank Schmidt (Cheftrainer 1. FC Heidenheim und BDFL-Vizepräsident Profitrainer) bewertet die Veranstaltung ebenfalls sehr positiv: „Wir begegnen uns auf Augenhöhe und können intensiv diskutieren. Ich glaube, beide Seiten nehmen von der jeweils anderen viel mit. Genau darum geht es: um Verständnis, um Akzeptanz.“

Bundesliga-Schiedsrichter Harm Osmers pflichtet Schmidt bei: „Das war ein produktiver Austausch abseits des Spielgeschehens. Wir haben viele Aspekte einheitlich bewertet, wobei es natürlich auch Grenzfälle gibt, über die wir minutenlang diskutieren konnten. Ich gehe mit neuen Erkenntnissen aus dem Regionalstützpunkt.“

 

„Abseits der Emotionen eines Spieltags ermöglicht der persönliche Austausch einen offenen und konstruktiven Dialog. Er fördert das gegenseitige Verständnis und vermittelt wertvolle Einblicke in die Perspektiven und Arbeitsweisen aller Beteiligten. Dass beim Format der Regionalstützpunkte auch in seinem zweiten Jahr so viele Akteure unserer Einladung gefolgt sind, freut mich daher ganz besonders”, sagt Benjamin Schmedes, Bundesliga-Sportdirektor und Mitglied der Bundesliga-Geschäftsleitung. 

Zu den teilnehmenden Cheftrainern gehörten unter anderem Vincent Kompany (FC Bayern München), Urs Fischer (1. FSV Mainz 05), Julian Schuster (Sport-Club Freiburg), Miron Muslic (FC Schalke 04), Miroslav Klose (1. FC Nürnberg), Tobias Strobl (VfL Wolfsburg) und Oliver Kirch (DSC Arminia Bielefeld). Die aktiven Schiedsrichter*innen wurden unter anderem durch Christian Dingert, Richard Hempel, Tobias Stieler und Sven Jablonski vertreten.

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Foto: Bent Holzmann

Weitere Stimmen zum Austausch

Daniel Thioune (Cheftrainer SV Werder Bremen): „Es ist wichtig, Verständnis füreinander zu haben. Deshalb war es definitiv sehr wertvoll, hier mal in einem ruhigen Raum ohne den Druck und die Emotionen eines Spieltags den Austausch zu finden.“

Vincent Wagner (Cheftrainer SV Elversberg): „Miteinander zu sprechen ist immer deutlich besser als übereinander zu reden. Es war eine coole Atmosphäre. Wir waren uns manchmal auch einig, dass wir uns nicht einig sind. Wenn man menschlich miteinander umgeht, ist das auf jeden Fall eine Basis, um Fairplay im Sport hochzuhalten.“

Florian Meyer (Sportlicher Leiter 3. Liga der DFB Schiri GmbH): „Wir können Spiele nur gemeinsam gestalten und müssen sie trotz Meinungsverschiedenheiten zusammen über die Bühne bringen, da ist ein fairer Umgang miteinander wie heute essenziell.“

Uwe Koschinat (Cheftrainer Rot-Weiss Essen): „Wir haben über ganz viel gesprochen, was das Zusammenleben von Schiedsrichtern, Trainern und Vereinen betrifft. Man kann unterschiedlicher Meinung sein, muss aber Verständnis entwickeln. Eine Veranstaltung wie diese in entspanntem Rahmen hilft da unheimlich. Denn in vielen Situationen gibt es kein wirkliches Richtig oder Falsch.“

 

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