Dr. Thimo Wiewelhove referierte vor den ITK Teilnehmern über progressives Athletiktraining zur Verbesserung der Agilität von Fußballspielern. Er erklärte, weshalb Agilität eine sehr wichtige Komponente im Fußball sei und weshalb das Athletiktraining von hoher Bedeutung für die Spieler ist.

Am zweiten Tag des ITK 2017 in Bochum stellte Dr. Thimo Wiewelhove den Kongressteilnehmern ein Rezept zu progressivem Athletiktraining zur Verbesserung der Agilität von Spielern vor. Der Wissenschaftler der Universität Bochum erklärte zunächst die wichtigsten Begrifflichkeiten. Ein progressives Training sei demnach ein Training, das individualisiert und systematisch und auf die Stärken und Schwächen eines Spielers ausgelegt sei.

Bei dem Agility-Training sei es laut Wiewelhove sehr wichtig Leitlinien zu entwickeln. Es gehe ihm in seinem Vortrag nicht um die Vorstellung eines konkreten Trainings, sondern um die Vorstellung eines Rezeptes, mit welchem man als Trainer systematisch ein progressives Athletiktraining aufbauen kann. Weiter definiert er sein Verständnis von Agilität. Agilität, oder auch Agility, sei für ihn eine sehr wichtige Komponente im Fußball. Er versteht sie als die Fähigkeit, basierend auf kognitiven Prozessen auf einen Stilmulus zu reagieren. Ein Stimulus kann dabei beispielsweise eine Anweisung eines Trainers oder eine Aktion eines Gegenspielers sein. Wichtig ist für den Dozenten der Ruhruniversität Bochum, dass es sich bei der Agility immer auch um eine kognitive Wahrnehmung handelt und nicht nur um einen schnellen Richtungswechsel oder dem Abbremsen oder dem Beschleunigen. Agility beinhalte immer auch die Warnehmung eines Spielers, wie dem Antizipieren oder der Reaktionszeit, sowie dem physischen Handeln, sprich den Richtungswechseln in der Praxis. Hierzu zählen auch die Komponenten Sprungkraft und die Schnelligkeit eines Spielers.

Dr. Wiewelhove empfiehlt den anwesenden Trainern deshalb ihre Spieler einem gezielten Krafttraining zu unterziehen, da dieses direkten Einfluss auf die Agility und somit auch auf die Leistung auf dem Platz habe. Bei schnellen Richtungswechseln sei der menschliche Körper nämlich starken Belastungen ausgesetzt, der er nur mit einer entsprechenden ausgereiften Muskulatur Stand hält. Als eine konkrete Übung empfiehlt er Kniebeugen. Für das progressive Athletiktraining sei es weiter wichtig das Training nach kognitiven und physischen Leistungen der Spieler auszurichten und ein individualisiertes Programm aufzustellen. Dieses soll auf Daten des Reaktions-Agility-Tests ausgerichtet sein, der Informationen über die kognitiven und physischen Leistungen der Spieler liefert. Sprich wie schnell die Reaktionszeit der Spieler ist und ob sie muskuläre Defizite besitzen oder nicht. Hier stellt Dr. Wiewelhove vier Typen vor: Fast Mover und Fast Thinker, Fast Mover und Slow Thinker, Slow Mover und Fast Thinker und Slow Mover und Slow Thinker. Im Training müssen dann vor allem bei letzteren die kognitive und physische Leistung individuell verbessert werden.

Nach den individuellen Defiziten soll dann die Trainingssteuerung gerichtet werden. Die Ergebnisse der Messungen aus den Tests können nämlich konkrete Defizite in beispielsweise der kognitiven Schnelligkeit oder der physischen Leistungsfähigkeit aufzeigen. Dadurch kann im Anschluss für jeden Spieler ein individuelles Athletik-Trainingsprogramm erstellt werden. Dabei reichen laut Wiewelhove in der Praxis 15 Minuten pro Tag für Agility-Drills für einen Zeitraum von 3 Wochen aus, um die Leistung des Spielers in diesem Bereich signifikant zu verbessern. Als Tipp weist er darauf hin, dass die Übungen beispielsweise ins Warum-Up für eine Trainingseinheit integriert werden können.
Der Wissenschaftler betont jedoch, dass die Agility-Drills nur mit Sportlern durchgeführt werden sollten, die eine hohe physischen Leistungsfähigkeit besitzen. Außerdem sollten sie zu Beginn eines Trainings und nie vor einem Ermüdungseffekt stattfinden.

Abschließend fasst Dr. Thimo Wiewelhove zusammen, dass Progressives Athletiktraining bzw. Agility-Training ein systematisches und individualisiertes Vorgehen beinhaltet. Es erfordert den Einsatz konkreter Testverfahren und eine individualisierte und adressengerechte Trainingssteuerung, je nach Stärken und Schwächen der einzelnen Spieler. In der Praxis ist dann der Einsatz angemessener methodischer Maßnahmen anzuwenden, die sich der Frage stellen, wie man als Trainer seinen Spielern helfen kann, schneller zu werden.

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