Der ehemalige Bundesliga-Schiedsrichter Hellmut Krug stellte den Teilnehmern auf dem ITK das Video-Assistant-Referee-Projekt vor. Er sprach sich dabei als großer Befürworter des Projekts aus, welches nächste Saison in der Bundesliga zum Einsatz kommen wird. Er legte auch die Gründe dar, warum es für alle Beteiligten eine große Chance beinhaltet, den Sport gerechter zu machen.

Hellmut Krug outete sich zu Beginn seines Vortages auf dem ITK 2017 als Befürworter des Video-Assistant-Referee-Systems. Der Grund: Er stellte fest, dass er es während seiner aktiven Zeit als Schiedsrichter, in der er 240 Bundesligapartien gepfiffen hat, gut hätte gebrauchen können. Doch was ist das VAR-Projekt überhaupt? Es handelt sich um eine visuelle Hilfestellung für den leitenden Schiedsrichter einer Fußball-Partie. Er steht dabei in Funkkontakt mit Assistenten, die in ihrer Video-Zentrale jede strittige Situation auf Bildschirmen in jedem verfügbaren Kamerawinkel anschauen. Ihnen entgeht somit nichts, da sie die Möglichkeit haben jede Szene auf dem Spielfeld genau zu erkennen und zu deuten.

Das System soll aber keineswegs die Arbeit eines Schiedsrichters übernehmen, sondern als sinnvolle Hilfestellung für heikle und unklare Situationen dienen. Es soll daher „eine höhere Fairness und eine höhere Gerechtigkeit zum Ziel haben“, so Krug. Es dürfe jedoch auf keinen Fall den Charakter des Spiels verändern und soll trotzdem möglichst wenige und kurze Spielunterbrechungen zur Folge haben. Mit seiner Hilfe sollen klare Fehler in spielentscheidenden Situationen der Vergangenheit angehören. Das Motto des Projektes lautet „minimum interference – maximum benefit“. Auf Deutsch: Minimaler Eingriff – maximaler Nutzen.

Der Oberste Grundsatz dabei lautet: Der Video-Assistent ist kein Oberschiedsrichter, sondern nur ein Assistent. Er kommt nur bei spielentscheidenden Situationen zum Einsatz. Diese sind Torerzielungen, Elfmetersituationen, Platzverweise und Spielerverwechslungen bei Sanktionen durch Karten. In der Praxis steht der Schiedsrichter in solchen Situationen in Funkkontakt mit seinen Video-Assistenten. Er bekommt von ihnen bei einer Fehlentscheidung dann einen Hinweis. Der Schiedsrichter kann sich dann auf einem kleinen Bildschirm am Spielfeldrand, gegenüber von den Trainerbänken, die entsprechende Situation noch einmal selbst anschauen und dann eine Entscheidung treffen. Dieser Prozess soll dabei so wenig Zeit wie möglich in Anspruch nehmen. Den Bereich um den Bildschirm darf dabei nur der Schiedsrichter betreten. Tut es ein Feldspieler, wird er bestraft.

Hellmut Krug stellte den Teilnehmern im Anschluss mehrere Videoszenen vor, die Spielentscheidende Fehlentscheidungen zeigten, die mithilfe eines Video-Assistenten zu lösen waren. Es gebe dabei aber auch Situationen, in denen es nach wie vor dem Schiedsrichter alleine überlassen bleibe eine Entscheidung zu fällen. Beispielsweise wenn es um die Bestrafung durch eine gelbe oder eine rote Karte gehe, so der ehemalige Schiedsrichter.

Wichtig bei der Video-Assistenz sei es nur klare Fehler des Schiedsrichters aufzudecken oder ihm bei schlechter Sicht zu assistieren, strittige Szenen richtig zu entscheiden. Die Kommunikation wird entweder durch den Schiedsrichter eingeleitet, der sich vergewissern möchte, oder durch die Video-Assistenten, sollte der Schiedsrichter in strittigen Situationen falsch entschieden haben. Das Grundprinzip bleibt gleich: Die Entscheidung trifft nach wie vor nur der Schiedsrichter. Er denkt nie vor der Entscheidung an die Video-Assistenten, sondern immer nur hinterher, um sich über seiner Entscheidung zu vergewissern.

Abschließend bezeichnet Hellmut Krug das Video-Assistant-Programm als große Chance für alle Beteiligten, den Sport gerechter zu machen. Denn ein Schiedsrichter kann manche Situationen einfach nicht sehen und somit manche Entscheidungen einfach nicht richtig trefffen.

Premium-Partner des BDFL
Partner des BDFL

Verlängerung der Trainerlizenz!

Schicken Sie Ihren
Fortbildungs­nachweis (im Original)
und die alte bzw. abgelaufene
Lizenzkarte an den

DFB, Trainerwesen 
Otto-Fleck-Schneise 6
60528 Frankfurt am Main

Sie erhalten eine Rechnung 
und eine Rechnungsnummer,
die bei der Zahlung anzugeben ist.

Rückfragen an
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
oder 069-6788-0