Am letzten Kongresstag des 61. ITK in Dresden präsentierten der ehemalige Bundesligatrainer Christoph Daum und Sportwissenschaftler Gunnar Gerisch den Kongressteilnehmern ihre Ansichten darüber, wie man eine Profi- beziehungsweise eine Jugendmannschaft optimal führt.

Christoph Daum stellt zu Beginn seines Vortrages klar: „Wir als Trainer können Erfolg nicht garantieren. Wir können ihn aber gewissenhaft vorbereiten.“ Dabei gebe es kein Patentrezept, sagte der ehemalige Nationaltrainer Rumäniens. Erster Stichpunkt für Daum ist Flexibilität. Jede einseitige Ausrichtung auf einen Gegner wird für einen Trainer und seine Mannschaft zwangsläufig zum Grab, sagt Daum. Flexibilität sei eine wichtige Kompetenz eines Trainers. Er muss taktisch immer reagieren können und sich auf unterschiedliche Spielweisen des Gegners einstellen. Die Taktiken eines Trainers sollten stets durchdacht und schriftlich fixiert sein.

Die Anforderungen an den Cheftrainer sind stetig gestiegen, sagt Christoph Daum. Die Kernkompetenz sei aber immer noch das Coaching von Spielern. Daums Philosophie als Coach: Perfektion. Für ihn ist der Cheftrainer immer noch die wichtigste Person in einem Verein. Wichtig sei es auch, diese Philosophie dem eigenen Team vorzuleben und das Team gut zu führen. Dazu nötig sind Teambuilding-Aktivitäten, um ein Wir-Gefühl zu schaffen und gegenseitig Vertrauen aufzubauen sowie Begeisterung zu wecken. Als Trainer habe man aber auch die Pflicht, den einzelnen Spieler kompetent zu führen. Dabei muss ein Trainer kritisieren, darf dabei aber nie sarkastisch, herablassend oder persönlich werden, so Daum. „Lobe und bestärke angemessen und nicht im Übermaß“, rät Daum. Wichtig sei es auch zu lernen, den Spielern zuzuhören und ihre Sprache zu sprechen.

Zur Führung in Bezug auf den Verband, sei Transparenz und Kommunikation sehr wichtig sagt Daum und äußert an dieser Stelle einen Wunsch: „Ich würde es begrüßen, dass der DFB-Präsident dafür sorgt, dass unser Nationaltrainer hier auftritt und mit uns gemeinsam in den Dialog geht. Denn er findet, dass der DFB eine transpatente Diskussion mit den Trainern und Mitgliedern des BDFL auf dem ITK eingehen sollte. Dabei ginge es nicht um Kritik. Sondern darum, gemeinsam Lösungen für Probleme zu finden, um in Zukunft erfolgreicher Fußball zu spielen.
Zusammenfassend sind für Christoph Daum die zehn wichtigsten Trainerkompetenzen:
1. Kommunizieren (gemeinsame Werte und Ziele)
2. Fokussieren (auf das Wichtige)
3. Koordinieren (Delegieren, Kontrolle und Verantwortlichkeit)
4. Analysieren (Rückmeldung und Korrektur)
5. Visionen (Bessere Wege und neue Denkmuster)
6. Exzellenz (Qualität und Details)
7. Experten einstellen (beste Mitarbeiter in allen Bereichen)
8. Schriftlichkeit (Planung, Spielkonzepte, Reden)
9. Vertrauen (Selbst, Vorbild, Gestalter, „Leader“)
10. Balance (Geist und Körper, Individualität und Team)

DSC 6736 72dpiGunnar Gerisch in seinem Vortrag.Im Anschluss referierte Gunnar Gerisch über Führungskompetenzen im Nachwuchsbereich. Für ihn spiele die Persönlichkeitsentwicklung heranwachsender junger Menschen eine bedeutende Rolle. Dabei sei eine ganzheitliche sportliche und persönlichkeitsfördernde Ausbildung und Erziehung sehr wichtig. Darin sind für Gerisch Anerkennung und Wertschätzung grundlegend. So können die Jugendlichen Vertrauen zueinander aufbauen und schöpfen daraus Mut für ihr Handeln sowie ihre Aktionen.

Gerisch erinnert an den Erziehungsauftrag, dem Fußballlehrer gerecht werden müssen. Und zwar gerade gegenüber jungen Nachwuchsspielern. Ein Trainer selbst tritt gegenüber seinen Spielern, egal ob im Profibereich oder im Nachwuchs, stets als Vorbild auf. Der Trainer vermittelt sein eigenes Werteverständnis an seine Spieler. Er sollte sie dabei aber immer anspornen und sie vor Herausforderungen stellen, damit sie sich stets verbessern können und die Möglichkeit haben, gar über sich hinauszuwachsen. Lob und Kritik seien absolut wichtig, um die Spieler weiterzubringen. Bei allen Richtlinien ist Gunnar Gerisch der emotionale Rückhalt überaus wichtig. Es sei bedeutsam, die jungen Spieler an die Hand zu nehmen und auch bei Misserfolgen immer für sie da zu sein.

Motivationsleitsätze für Gerisch sind unter anderem, sich klare Ziele zu setzen und durch Rückschläge und Niederlagen sich nicht entmutigen zu lassen. Abschließend betont Gerisch: „Empathie und Einfühlungsvermögen bilden die Zauberformel andere für Ideen zu begeistern. Dazu müssen wir unsere Spieler lieben.“

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