Personaltrainer Dr. Matthias Wolter sprach am zweiten Kongresstag in seinem Vortrag beim ITK in Kassel über Leistungsbereitschaft im Fußball und im Alltag und worauf es ankommt, wenn man Leistung bringen möchte. Stress spiele dabei eine zentrale Rolle.

Wolter begann in seinem Vortrag mit bekannten Problemen, mit denen sich viele Trainer im Alltag konfrontiert sehen. Spieler halten sich beispielsweise nicht an Anweisungen, ihr bestehendes Wissen kann nicht abgerufen werden und es werden auf dem Platz die falschen Entscheidungen getroffen. Doch was kann man als Trainer dagegen tun? Man muss laut Wolter früh anfangen Impulse zu setzen und bereits Jugend-Mannschaften kontinuierlich begleiten und damit konfrontieren. Die geschehe zum Beispiel durch Trainings zur Medienkompetenz, Team-Training und Training unter Stress. Der Faktor Stress spielt für Wolter eine zentrale Rolle.

Eine gezielte, temporäre Unterstützung und Coaching für impulsive oder lethargische Spieler sei wichtig, sagt Wolter. Der Einbau von sozialen Stresssituationen im Training sei zielführend, Spieler auf gewisse Situationen besser einzustellen und ihre Stressresistenz zu erhöhen. Gezielte Provokationen im Training und im sozialen Umfeld seien daher notwendig. Das darf jedoch nur nach Vereinbarung zwischen dem Spieler und dem Trainer oder dem Betreuer geschehen. Training und Drill in sozialen und fußballerischen Grenzbereichen müssen dabei aber sehr gut dosiert werden und dürfen ebenfalls auch nur nach Vereinbarung zwischen Spielern und Trainern erfolgen.

Eine zentrale Frage für Wolter ist: Zu wem werden Sie, wenn Sie sich in einem intensiven Konflikt befinden? Unter Stress können viele zu Aggressionen und Gewaltbereitschaft neigen. Stress kann diese negativen Eigenschaften in einem Menschen hervorbringen. Unbewusste emotionale Konditionierung sei dabei nicht durch Belehrung oder Einsicht veränderbar. Bewusst gewonnene Einsichten werden dann befolgt, wenn sie im Einklang mit allen bisherigen Erfahrungen und den sich daraus ergebenen Erwartungen stehen. Hochgradiger, belastender Stress kann laut Wolter nur mit Routine-Entscheidungen bekämpft werden. Ein Spieler müsse lernen in entscheidenden Situationen automatisiert die richtigen Dinge zu tun. Das lernen Fußballer im Training, beispielsweise wenn sie immer wieder auch durch das Fußball-Spiel unter Stress gesetzt werden. Dann können sie lernen in gewissem Umfang Stress- und Panikgefühle zu unterdrücken bzw. konstruktiv mit ihnen umzugehen. Stress darf aber niemals eine Belastung für die Beziehung zwischen Spieler und Trainer sein. „Wenn ich als Trainer merke, dass einer einen schlechten Tag hat, lasse ich besser die Finger von ihm“, sagt Wolter. Beim Initiieren von gezielten Stresssituationen sei also sehr großes Fingerspitzengefühl gefragt, so der Personaltrainer abschließend.

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