Endlich wieder eine Präsenz-Veranstaltung - so war die aktive Teilnahme der 26 anwesenden Trainer bei der Regionalen Fortbildungstagung in Leipzig mit einem regen Meinungsaustausch zu allen Themen sicher zu werten. Die Anwesenden wurden durch die abwechslungsreiche und von der Verbandsgruppenleitung Nordost sehr gut zusammengestellten Thematik sowie die umsichtige organisatorische Vorbereitung von Frank Engel, Dr. Dr. Sven Fikenzer und Thomas Klemm mehr als belohnt. Das positive Feedback der Trainer unmittelbar nach der Veranstaltung bzw. mit nachfolgenden E-Mails bestätigten die sehr guten Eindrücke.

Basics wichtiger als Kunststücke

Der erste Teil der Fortbildung fand mit zwei theoretischen Vorträgen in der Sportschule Egidius-Braun statt, Leipzig 2009 5Ralph Gunesch.während Teil zwei mit der Trainingspraxis und der Unterstützung von RB Leipzig im Amateurstadion der Red Bull-Akademie absolviert wurde. Ralph Gunesch, ehemaliger Profispieler bei Alemannia Aachen, FC St.Pauli, Mainz 05 und FC Ingolstadt, und aktueller Experte bei DAZN referierte über „Grundprinzipien des Fußballs losgelöst von System und Taktik in der Ausbildung mit Nachwuchsspielern“. Dabei griff er auch auf seine Erfahrungen als Trainer mit dem Nachwuchs des FC Ingolstadt zurück. Sein Ansatz ging dabei von dem berühmten Zitat Johann Cruyffs aus: „Fußball spielen ist sehr simpel, aber simpel Fußball zu spielen, ist das Schwierigste überhaupt.“ Ralph sprach klar an, dass die meisten Tore nach einfachem Passspiel erzielt werden und nicht nach verschnörkelten Kunststückchen. Ebenso betonte er die Notwendigkeit, die Bereitschaft zu zeigen mit dem ganzen Körper alles zu tun, um Tore zu verhindern. Diese Dinge erscheinen ihm in der Arbeit mit Nachwuchsspielern sehr wichtig, da oft nur das Komplizierte angestrebt wird und das wirkungsvolle Einfache vernachlässigt wird. Mit zahlreichen Videoclips aus der Bundesliga und den internationalen Wettbewerben untermauerte er seine Ausführungen. Die enorme Zustimmung der Zuhörer unterstrich die Richtigkeit dieser Aussagen. Auch zeigte sich in der Diskussion die Auffassung der Trainer, dass die Ausbildung oft zu kompliziert angelegt ist. Insbesondere in den jüngeren Jahrgängen wird die Arbeit an den fußballerischen Basics unterschätzt und vernachlässigt, zu viel wird da schon in Taktik und Systeme investiert. Der VG-Vorsitzende Frank Engel, langjähriger sportlicher Leiter der DFB-Nachwuchsförderung, äußerte dazu nochmals deutlich, dass er die größten Reserve im deutschen Fußball in der Ausbildung der Basics sieht, im altersgerechten Training und nicht im systemorientierten „Mini-Erwachsenen-Training“ unterhalb der U15. Er forderte die Fußball-Lehrer und A-Lizenz-Trainer auf, in ihren Vereinen Einfluss auf diese Prozesse zu nehmen.

Post-Covid in der Trainingspraxis

Die Ausführungen des stellvertretenden VG-Vorsitzenden Nordost, Dr.med. Dr. phil. Sven Fikenzer, befassten sich mit dem brandaktuellen Thema „Sport und Corona“. Mit seinem Leipzig 2009 1Sven Fikenzer.anspruchsvollen Vortrag „Leistungsanalyse bei Post-Covid-Sportlern / Hinweise und Folgerungen für die Trainingspraxis“ forderte er die volle Konzentration der Zuhörer. Dabei konnte Dr.Dr. Fikenzer auf aktuelle Untersuchungsergebnisse des Zentrums für Sport- und Bewegungsmedizin des Uniklinikums Leipzig verweisen und auf eigens erfasste Daten zurückgreifen. Aktuelle Daten zeigen, dass SARS-CoV2 Infektionen mit einem erhöhten Risiko zu Versterben einhergehen, wenn das Herz im Krankheitsgeschehen mit beteiligt ist. Dabei sind es sowohl direkte (Virus attackiert die Herzmuskelzelle und führt dann zum Zelltod dieser) als auch indirekte Effekte (Systemische Entzündungsreaktion mit Ausschüttung von Zytokinen / Chemokinen, endotheliale Infektion / Aktivierung als auch mikrovaskuläre Thrombosen), die zu Verletzungen oder zur Schädigung des Herzens beitragen. Es ergibt sich das Bild einer Herzmuskelentzündung. Im Rahmen der Ausheilung kann es, in Abhängigkeit des Ausmaßes der Verletzungen, auch zu Narbenbildungen kommen, welche das Risiko in sich tragen, schwere Herzrhythmusstörungen (Kammerflimmern, plötzlicher Herztod) auszulösen. Untersuchungen zeigen zudem, dass bildmorphologische Veränderungen im MRT und in der Echokardiographie existieren, die mit der SARS-CoV2 Infektion im Zusammenhang stehen. Um ein sicheres „Return to Sport“ zu gewährleisten, ist es notwendig und sinnvoll, eine Myokarditis (Herzmuskelentzündung) als Folge der Infektion auszuschließen. Ein sinnvoller Algorithmus erscheint hier, dass zunächst eine laborchemische Kontrolle auf Herzmuskelschaden (TropT) erfolgt, ein Ruhe-EKG auf Veränderungen geprüft wird, eine Echokardiographie erfolgt und wenn in einem der zuvor genannten Untersuchungen Abweichungen bestehen, ein Kardio-MRT durchgeführt werden sollte. Zudem zeigen aktuelle Studienergebnisse, dass eine Spiroergometrie ein hilfreiches und notwendiges Tool ist, um funktionelle Veränderungen im Verlauf zu beurteilen und einen geordneten und sicheren Weg zurück in den Sport zu ermöglichen. Ein aktueller Artikel, der frei downloadbar ist, befindet sich im folgenden Link (Autor der Studie ist Dr.Dr. Fikenzer, Universitätsklinik Leipzig, VG Nord-Ost): SARS-CoV2 infection: functional and morphological cardiopulmonary changes in elite handball players | Scientific Reports (nature.com)

Variabilität im Ballbesitz

Der praktische Teil der Fortbildungsveranstaltung fand im Amateurstadion der Red Bull-Akademie unter der Leitung von Robin Peter, Cheftrainer der U17 von RB Leipzig, in Zusammenarbeit mit seinem Trainerstab statt. Dabei zeigte die U17 eine interessante, abwechslungsreiche Trainingseinheit mit dem Schwerpunkt „Variabilität im Spiel mit dem Ball - Ballzirkulation und Vertikalspiel“. Die Teilnehmer konnten sich von einem sehr guten inhaltlichen und organisatorischen Trainingsaufbau überzeugen und waren natürlich auch von den hervorragenden Trainingsbedingungen begeistert. In der Nachbesprechung der Einheit wurde vor allem über die Zusammenarbeit im Trainerteam, die Nutzung der Manpower des Trainerstabes für die individuelle Arbeit mit den Spielern sowie die Belastungsintensität der Trainingseinheit und die Einordnung in den Wochenzyklus gesprochen. Auch die Problematik der Balance zwischen Offensive und Defensive kam in der Diskussion nicht zu kurz.

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Engel zufrieden

Leider blieben bei der Fortbildungstagung in Leipzig vier Plätze frei (nur 30 Teilnehmer waren unter Corona-Bedingungen zugelassen), da es kurzfristig vier Absagen gab. Ansonsten sprach Frank Engel, Vorsitzender der BDFL-Verbandsgruppe Nordost von einer sehr gelungenen Fortbildung und sprach seinen Dank aus: „Unser Dank gebührt der Sportschule Egidius Braun und RB Leipzig für ihre sehr gute Unterstützung bei der Organisation und Durchführung der Veranstaltung."

Frank Engel

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