Der dritte und letzte Kongresstag in Mainz setzte noch einmal unterschiedliche fachliche Akzente. Taktische Entwicklungen im Spitzenfußball, Erfahrungen aus der Nachwuchsarbeit und der Austausch über die Zukunft des deutschen Fußballs prägten den Vormittag.

Taktische Entwicklungen im Spitzenfußball

Den Auftakt machte Achim Beierlorzer, zuletzt Geschäftsführer Sport des SSV Jahn Regensburg, mit „Mannorientiertes Angriffspressing – eine Tendenz im Spitzenfußball“. Dabei zeigte er auf, welche taktischen Möglichkeiten sich aus einer mannorientierten Ausrichtung ergeben.

Anschließend widmete sich Thomas Broich, Sportlicher Leiter Leistungszentrum von Borussia Dortmund, unter dem Titel „Gegnermanipulation – Kleine Details, großer Effekt“ den Feinheiten des Spiels. Dabei richtete er den Blick insbesondere auf den spanischen Fußball und den FC Barcelona und schlug zugleich den Bogen zur Ausbildung junger Spieler*innen.

Einblicke in die Nachwuchsarbeit

Eine besondere Perspektive brachte Norbert Elgert, Cheftrainer U19-Junioren FC Schalke 04, ein. Im Interview mit Sky-Moderator Michael Leopold sprach er über seine langjährigen Erfahrungen in der Talententwicklung. Neben der fußballerischen Ausbildung ging es dabei auch um die persönliche Entwicklung junger Spieler*innen und die Rolle der Trainer*innen auf diesem Weg.

Deutscher Fußball zwischen Potenzialen und Herausforderungen

Den Höhepunkt des letzten Tages bildete die Podiumsdiskussion zum Leitthema „Potenziale erkennen, entwickeln und nutzen“. Sebastian Hoeneß (Cheftrainer VfB Stuttgart), Marie-Louise Eta (Cheftrainerin 1. FC Union Berlin Frauen), Florian Kohfeldt (Cheftrainer SV Darmstadt 98) und Matthias Sammer (Berater Borussia Dortmund und TV-Experte) diskutierten, moderiert von Michael Leopold, über Gegenwart und Zukunft des deutschen Fußballs.

Die Themen reichten von der WM 2026 und der Entwicklung der Nationalmannschaft über Mentalität, Identität und deutsche Fußballtugenden bis hin zur Nachwuchsausbildung. Diskutiert wurden der Übergang vom Jugend- in den Profibereich, spieler*innenzentriertes Denken und Individualisierung sowie die Frage, warum im deutschen Fußball insbesondere Außenverteidiger*innen und klassische Neuner*innen auf höchstem Niveau fehlen.

Auch Entwicklungen rund um die Weltmeisterschaft wurden kritisch betrachtet. Die zunehmende Kommerzialisierung und Privatisierung des Turniers sowie Äußerungen und Entscheidungen von FIFA-Präsident Gianni Infantino sorgten in der Runde für deutliche Kritik.

Abschluss des ITK in Mainz

Mit dem Schlusswort beendete BDFL-Präsident Benno Möhlmann drei Tage voller Vorträge, Workshops, Praxiseinheiten und fachlichem Austausch in Mainz – ganz im Sinne des gemeinsamen Lernens und Weiterentwickelns.

Der Blick geht bereits voraus: Vom 26. bis 28. Juli 2027 findet der nächste Internationale Trainer-Kongress in Aachen statt.