Zum Abschluss des Kongresses stand am dritten ITK-Tag wie immer die hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion an. Sky-Moderator Michael Leopold sprach mit Christian Streich, Cheftrainer des SC Freiburg, Christian Eichner, Cheftrainer des Karlsruher SC, Frank Wormuth, zuletzt Cheftrainer von Heracles Almelo, Heiko Herrlich, zuletzt Cheftrainer des FC Augsburg, und Hannes Wolf, Cheftrainer der U19-Nationalmannschaft des DFB, unter anderem über die Rolle der Analyse und den Faktor Talent bei Jugendspielern.


Das Thema der Analyse spielt im Fußball eine immer größere Rolle und wurde in der Podiumsdiskussion zum Abschluss des ITK in den Kontext der Arbeit im Trainerteam gesetzt. Christian Eichner erklärte, dass die Analyse für ihn und seine Arbeit wichtig ist, er aber keine Flut an Daten benötigt. „Daten habe ich insoweit, dass sie uns helfen. Und auch so viele, dass wir dem Spieler damit helfen können“, sagte der Cheftrainer des Karlsruher SC.

Hannes Wolf lenkte ein, dass es ohnehin schwer sei, einen Spieler nur mit Daten von seinen Fehlern und seinen Baustellen zu überzeugen. „Dazu braucht man eine bessere Argumentation als nur Zahlen und Daten“, gab der Cheftrainer der deutschen U19-Nationalmannschaft zu bedenken.

Frank Wormuth fügte hinzu: „Wir bekommen von den Spielern Daten, die zeigen, wie sie sich fühlen.“ Er achte vor allem auf die Befindlichkeit eines Spielers, etwa wie er morgens vor dem Training drauf ist. „Diese Befindlichkeitsdaten bringen mir mehr, weil ich wissen muss, wie es dem Spieler geht“, so Wormuth.

Freiburgs Cheftrainer Christian Streich hingegen erläuterte, dass er selbst sich nicht allzu sehr mit den erhobenen Daten beschäftigt: „Genug Daten haben wir auch, aber ich schaue da selten rein.“ Das liege eher bei seinem Athletiktrainer, der ihn auf Unregelmäßigkeiten und Leistungsabweichungen hinweist. Anschließend werden gemeinsam die Gründe für die erkannten Auffälligkeiten besprochen.

Thema Talentförderung

„Wo Talent anfängt und aufhört, wissen wir alle nicht“, sagte Frank Wormuth und betonte, dass vor allem der Blick und die Erfahrung eines Trainers das Wichtigste sind. Heiko Herrlich beantwortet die Frage nach dem Erkennen und Fördern von Talenten mit einer Anekdote: „Es gab früher in der Jugend viele um mich herum, die talentierter waren als ich. Aber ich hatte was anderes. Ich hatte mehr Resilienz. Ich wurde oft aussortiert. Aber ich bin immer wieder aufgestanden. Und wenn Leute diese Eigenschaft haben, kommen sie viel weiter“, erklärt Herrlich. Die Eigenschaften im Kopf seien entscheidend. Christian Streich ergänzt: „Der unglaubliche Wille ist ein riesiger Faktor. Und wie viel ist Talent dann in Prozent? Vielleicht 19 Prozent von 100“, sagt der Cheftrainer des SC Freiburg.